Nous n’avons pas
assez faim

Fünfstimmige Lektüre im Rahmen der Ausstellung "Künstlerische Umwege"

Füng Schauspieler (Pauline Schneider, Jérôme Chapuis, Simon Labarrière, Anne-Marie Yerly et Ana Martinez) lesen Auszüge aus dem neuen Theaterstück von Viviane Aebi, einer Freiburger Schriftstellerin und ehemaligen Nutzerin des Atelier Jean Tinguely in der Cité internationale des arts in Paris.

Zusammenfassung:

Die Sprache ist ein Schatz aus goldenen und silbernen Wörtern, eine Bank, deren kostenlose Sprach-Barren allen für Hand, Mund und Geist zur Verfügung stehen. Wenn es dem Gemüt an Wörtern fehlt, um das Unsagbare auszusprechen, kommt Robert, der Petit Robert, zum Zug. Zwischen den Leerzeilen gibt er zu verstehen:

Viol: männliches Substantiv.

Es gibt keine Spuren eines Kampfes, keinen Schlag, keine Wunde. Der einzige Beweis ist die unsichtbare Spur, welche die Schande auf dem Körper zurücklässt.

Violence: weibliche Substanz.

Nous n’avons pas assez faim ist die Geschichte eines vollschlanken, hübsch molligen, eindeutig fülligen Mädchen, das sich durchs Leben schlägt, indem es versucht, mit dem äussersten Ende seines pummeligen Fusses die Substanz der Liebe zu ertasten, obwohl es weiss, dass die Liebe im Bösen wie im Guten die Gewalt verbirgt.