Le Safari de la
Mort Moscovite

Nach ihrer Teilnahme am Grand Prix Tinguely vom 3. September 2016 ist die mobile Skulptur Le Safari de la Mort Moscovite einen Monat lang im Espace Jean Tinguely-Niki de Saint Phalle zu sehen.

Der Eisenplastiker schuf das für seine Moskauer Ausstellung vorgesehene Werk 1989 in seinem Freiburger Atelier. Ausgehend von einem Renault 5, konstruierte er eine bewegliche Skulptur, die auf grosse Holzräder montiert und mit zahllosen Abfallobjekten gespickt ist. Eine Sense, die den Tod symbolisiert, bekrönt das Ganze. Mit dem Bezug auf das Auto, Sinnbild für den Reichtum der Konsumgesellschaft, wollte Tinguely das russische Publikum zur Zeit der Perestroika an die Nichtigkeit der westlichen Luxusgüter erinnern. Das Titelwort Safari spielt nicht nur auf das für die Wüste entwickelte Sondermodell des R5, sondern auch auf die Tierschädel an, die das Werk schmücken.

Der Espace Jean Tinguely – Niki de Saint Phalle ist ein magischer Ort, in dem die Kreativität zweier bedeutender Kunstschaffender des 20. Jahrhunderts zu Ehren kommt. Das 1900 errichtete Gebäude diente ursprünglich dem städtischen Tramdepot. In Zwiesprache mit dem Werk Jean Tinguelys gewinnt der erinnerungsträchtige Ort eine poetische Dimension.

Die Besucherinnen und Besucher entdecken hier unter anderem Tinguelys Meisterwerk, den Altar des westlichen Überflusses und des totalitären Merkantilismus (1989/90), und Niki de Saint Phalles Remembering, 22 Reliefs aus farbig gefasstem Polyester (1997/98).

Neben den permanent präsentierten Werken zeigt der Espace regelmässig Wechselausstellungen. Zu entdecken sind in- und ausländische Kunstschaffende, deren Arbeiten von einem gewinnbringenden Dialog mit dem Werk Jean Tinguelys oder Niki de Saint Phalles zeugen.